Prominenz in der 11. Klasse der Eimsbütteler Christian Morgenstern Schule.

Tag der Freien Schulen am 25. Oktober 2018

Prominenz in der 11. Klasse der Eimsbütteler Christian Morgenstern Schule.

Die Bürgerschaftsabgeordnete Hendrikje Blandow-Schlegel (SPD) und Stefanie von Berg (Grüne) im Schülergespräch über Bildungschancen und Lernen in Freiheit.

Anlässlich des Tages der Freien Schulen am 25. Oktober 2018 unterrichteten die Bürgerschaftsabgeordnete Hendrikje Blandow-Schlegel (SPD) und Stefanie von Berg (Grüne) die 11. Klasse der Christian Morgenstern Schule, einer Waldorfschule in Hamburg-Eimsbüttel.

Hendrikje Blandow-Schlegel: Freies Denken lernen

Ihr dürft zur Schule gehen, ihr genießt ein großes Privileg! Die Begrüßung der 11. Klasse durch Frau Blandow-Schlegel überraschte so manchen Pennäler. Und sie führte fort: In Freiheit zu lernen ist ein großes Geschenk, über das viel zu wenig nachgedacht wird.

Bildungschancen und soziale Herkunft, Geschlechtergerechtigkeit, Bildungsgarantie nach dem Grundgesetz – diese Themen standen im Zentrum der sich nun anschließenden, zum Teil lebhaften Diskussion. Dabei bezog sich Frau Blandow-Schlegel auch auf die neue OECD-Studie, nach der soziale Herkunft und Geschlecht wesentlich die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland bestimmen.

Lernen in einer freien Gesellschaft soll uns zu freiem Denken führen. Diese Idee legte Frau Blandow-Schlegel den Schülerinnen und Schülern gegen Ende der Unterrichtsstunde ans Herz. Und damit Schule auch auf das Leben neugierig macht, sollte niemand zögern, den Blick zu ändern und die Dinge auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wie die Schülerinnen und Schüler das bewerkstelligen können, führte Frau Blandow-Schlegel zur allgemeinen Überraschung durch einen sportlichen Sprung auf einen Schultisch sogleich anschaulich vor.

Stefanie von Berg: Freiheit zu Gestaltung nutzen

Was Lernen in Unfreiheit konkret bedeutet, diskutierten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse in einer anschließenden Unterrichtsstunde mit Frau von Berg. Unfreiheit zeigt sich im Schulalltag beim Übergehen der Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler. In der deutschen Geschichte lassen sich bis in die jüngste Zeit Phasen benennen, die durch Unfreiheit und Indoktrination gekennzeichnet waren.

Aber auch heute gibt es in unserer Gesellschaft noch Unfreiheit im Lernen. Die Schülerinnen und Schüler verwiesen auf Ausgrenzung aufgrund von Religion, durch Armut und Formen der Benachteiligung. Die Diskussion der Frage, was eigentlich unter Lernen in Freiheit zu verstehen ist, führte die Klasse schließlich in philosophische Sphären. Die Schulpflicht, die objektiv zu einem gewissen Maß an Unfreiheit führt, wurde von den Schülerinnen und Schülern trotzdem befürwortet.

In der Praxis gilt es aber immer wieder abzuwägen, wieviel Freiheit möglich und wieviel Unfreiheit nötig ist. Deutlich wurde der Wunsch der Waldorfschülerinnen und Waldorfschüler, den Schulen mehr Freiheit in der Gestaltung des Fächerkanons zu geben. Warum sollten die höheren Klassen nicht gemeinsam mit der Schule die Unterrichtsfächer aushandeln?

Gerrit de Jong, Christian Morgenstern Schule

 

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