Dr. Sven Tode (SPD): „Ein Mensch ist ein Mensch. Punkt.“

Bürgerschaftsabgeordneter Dr. Sven Tode zu Gast in der Barmbeker Franz-von-Assisi-Schule

Mit einem freundlichen „Moin“ trat Sven Tode am Freitagmorgen in der Barmbeker Franz-von-Assisi-Schule seinen Dienst an: Der Bürgerschaftsabgeordnete und wissenschaftliche Sprecher der SPD-Fraktion stellte sich als „Aushilfslehrer“ eine Schulstunde lang den Fragen und politischen Ansichten der Zehntklässler. 

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen in Hamburg (AGFS) informierte sich Tode bei Schulleiter Dietmar Wagner über die besondere Ausrichtung der Stadtteilschule am Lämmersieth mit ihren 246 Schülerinnen und Schülern, über pädagogische Konzepte sowie Chancen und Nöte einer staatlich anerkannten Ersatzschule. Zuvor gestaltete der Politprofi eine Doppelstunde und erläuterte zunächst die Anfänge seines politischen Engagements in der Kommunalpolitik. „Ich habe bei meinem Opa und meinem Vater damals die furchtbaren Folgen des Krieges miterleben müssen. Die Sozialdemokraten waren für mich immer diejenigen, die sich den Nazis am konsequentesten entgegenstellen“, so Tode. Noch heute mache ihn die Rücksichtslosigkeit fremdenfeindlicher Politik fassungslos. „Mit Ängsten Politik zu machen und Menschen sortieren zu wollen – das ist grundfalsch und gefährlich“, warnte der Feierabendpolitiker die Jugendlichen. „Gerade in der Flüchtlingsfrage gilt es, den Hamburgern die Ängste zu nehmen. Ein Mensch ist ein Mensch. Punkt“, erklärte Tode. Gute Noten erteilte der Historiker Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihren klaren Kurs („Das hat sie sehr richtig gemacht.“)

Die Hamburger Politik blieb zunächst Zaungast beim lockeren Plaudern mit den Zehntklässlern. Umso mehr Raum gab Tode seinem „Spezialgebiet“, der Entwicklungspolitik, diskutierte über Kaffeepreise, Fairtrade-Handel und fehlende Gewinnmargen für die Bauern. Klare Worte fand der Bürgerschaftsabgeordnete zum Handelsabkommen TTIP. „Wollen wir uns auf Arbeitsnormen einlassen, die für uns eigentlich nicht akzeptabel sind? Wollen wir genveränderte Lebensmittel zulassen, deren Folgen wir nicht abschätzen können?“, fragte Tode die Jugendlichen eher rhetorisch, um gleich selbst die Antwort zu geben: „So, wie der Vertrag derzeit aussieht, würde ich ihn nicht unterschreiben“. Sichtlich beeindruckt vom politischen Interesse der Franz-von-Assisi-Schülerinnen und Schüler lud Tode die Jugendlichen am Ende zu einer Bürgerschaftssitzung ins Hamburger Rathaus ein, um „die Debatten mal live zu erleben“. Es gibt also ein Wiedersehen von Politik und Schule.

Foto und Bericht: Christoph Schommer, Kath. Schulverband Hamburg

 

 

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